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Richtlinien der Unterdorfer Nachbarschaft

Unsere Unterdorfer Nachbarschaft ist der freiwillige Zusammenschluss von Familien eines bestimmten festgelegten Ortsgebietes des Stadtteils Kell. Dieses Gebiet umfasst die Laacher Straße ab dem ehemaligen Gasthaus "Zum Laacher See" (heute Kreissparkasse)und der alten Schule (heute Wohnhaus Pfeiffer) über den Eichenhain bis zum Ortsausgang, weiter dann die Brohltalstraße, Lubentius- und Schmiedgasse, Im Sonnenwinkel, der Rheinecker Garten, Burgfrieden, Henricusstraße und Kelterbaum.

Der Zweck ist die Fortführung der seit dem Jahre 1742 bestehenden christlichen Tradition der Nachbarschaftshilfe. Besonders die Übernahme von Aufgaben bei einem Sterbefall. Diese Aufgaben beschränken sich mittlerweile auf

  • die Auszahlung eines Geldbetrages aus der Nachbarschaftskasse an die Hinterbliebenen in Höhe von 130 €,
  • die Stellung von vier bzw. sechs Sargträgern auf dem Friedhof für den Weg von der Kapelle zum Grab und
  • sonstige, von der Jahreshauptversammlung beschlossenen Aktivitäten oder z.B. die Ausrichtung der Betstunde anlässlich des "Ewigen Gebetes".

1. Die Leitung der Nachbarschaft liegt in den Händen von drei Personen, die für die Dauer von einem Jahr zum Schultheiß, Schöffen und Knecht gewählt bzw. ernannt werden. Alljährlich am ersten Wochenende nach Fastnacht findet eine Zusammenkunft statt.

2. Zu Beginn der Versammlung werden traditionelle Gebete gesprochen:

    • Ein Vater unser für alle, die im vergangenen Jahr verstorben sind.
    • Ein Vater unser für alle Verstorbenen.
    • Ein Vater unser "Gott verleihe uns eine glückselige Stunde zum Leben und zum Sterben".

3. Dann verliest der amtierende Schultheiß das Protokoll der letzten Jahresversammlung. Von ihm werden die Zahlen der Kassenführung vorgetragen und der aktuelle Kassenstand mitgeteilt. Die Kasse wird immer vom Schultheiß geführt. Es können Einwände von der Versammlung erhoben werden. Danach bestätigt die Versammlung nach dem Bericht des Kassenprüfers durch Handzeichen die Anerkennung des Protokolls der letzten Versammlung und der Kassenführung. Der Kassenprüfer wird für das kommende Jahr neu bestimmt. Dann sollen Themen besprochen und anstehende Fragen und Probleme diskutiert werden.

4. Danach wird der Schultheiß aus den Reihen der Mitglieder gewählt.

5. Anschließend werden nach der Reihenfolge der Mitgliederliste der Schöffe und der Knecht bestimmt. Der Knecht kommt jeweils aus den Reihen der Neuanmelder und hier wieder in der Reihenfolge der Anmeldung. Jedes neue Mitglied muss erst ein Jahr die Position des Knechts ausgefüllt haben, ehe es zum Schultheiß oder Schöffen ernannt bzw. gewählt werden kann.

6. Zum Schluss der Versammlung wird durch den Schultheiß aus alter Tradition heraus beim Wirt ein Getränk für alle Teilnehmer bestellt. Die Gläser werden geleert auf den Fortbestand der Unterdorfer Nachbarschaft und ihrer lebenden und verstorbenen Mitglieder.

Neuaufnahmen

Neuaufnahmen sind bis zu einem Alter von 39 Jahren wie bisher mit einer Aufnahmegebühr von 1 € zu belegen.

Vom 40.- 49. vollendeten Lebensjahr werden 20 €, vom 50.-59. vollendeten Lebensjahr werden 25 €, vom 60.- 70 vollendeten Lebensjahr werden 30 € und danach 40 € Aufnahmegebühr erhoben. Das Lebensalter des ältesten Familienmitgliedes wird hier zugrunde gelegt. Kinder von Nachbarschaftsmitglieder sind bis zu einem Alter von 27 Jahren beitragsfrei. Danach muss die Anmeldung einer eigenen Mitgliedschaft erfolgen. Über Zweifelsfälle entscheidet mehrheitlich die Jahresversammlung.

Einwohner auf dem eingangs genannten Gebiet der Unterdorfer Nachbarschaft, die nach Kell ziehen oder in den Ehestand treten, werden angesprochen, um der Unterdorfer Nachbarschaft beizutreten. Sollten sie dies verneinen, wird das Datum festgehalten. Treten sie nach einer Karenzzeit von drei Jahren in die Nachbarschaft ein, bezahlen sie eine Aufnahmegebühr von 1 €. Erfolgt erst nach vier Jahren oder später eine Aufnahme, so muss rückwirkend ab dem festgehaltenen Ansprechdatum alle in dieser Zeit erhobenen Beiträge nachgezahlt werden. Bei Neuanmeldungen ist die persönliche Anwesenheit bei der Jahresversammlung notwendig. Alle Mitglieder werden schriftlich zu der Jahresversammlung eingeladen. Wer nicht teilnehmen kann, soll sich beim Schultheiß entschuldigen.

Finanzierung

Der an die Hinterbliebenen gezahlte Betrag wird aus der Nachbarschaftskasse finanziert. Sollte der aktuelle Kassenbestand nicht ausreichen, wird durch den Knecht ein Betrag von 5 € zur Auffüllung der Kasse kassiert. In dem jeweiligen Trauerhaus wird der Betrag nicht erhoben.

Aufgaben der einzelnen Personen:

Der Schultheiß

Man kann ihn als Vorsitzenden der Nachbarschaft bezeichnen. Alle Initiativen gehen von ihm aus. Er führt die Listen, das Nachbarschaftsbuch und die Kasse. Zudem gibt er dem Schöffen die Anweisung, Sargträger nach der feststehenden Reihenfolge zu bestellen. Der Knecht wird beauftragt, nach der vorliegenden Mitgliederliste Beiträge zu kassieren und dem Schultheiß zu übergeben. Der Schultheiß lässt auch durch den Knecht die schriftlichen Einladungen zur Jahresversammlung verteilen. Weiterhin muss der Schultheiß zu dieser Versammlung auch den neu zu bestellenden Schöffen und Knecht besonders einladen, damit sie bei der Versammlung anwesend sind. Der Schultheiß ist auch Partner zu den beiden anderen Dorfnachbarschaften. Er bestellt jeweils kurzfristig nach der Jahresversammlung eine Messe für die Lebenden und Verstorbenen der Nachbarschaft. Er soll sich bemühen, neue Mitglieder im Bereich der Nachbarschaft zu werben.

Der Schöffe

Er unterstützt den Schultheiß bei allen anfallenden Tätigkeiten und soll ihn gegebenenfalls vertreten. Er bestellt nach Angabe des Schultheiß die Sargträger.

Der Knecht

Er wird nach den durch den Schultheiß ihm zugeteilten Aufgaben tätig, besonders die Kassierung der Gelder und Verteilung der Einladungen.

Die Aufgaben der Sargträger

Sie werden vom Schultheiß bzw. Schöffen bestellt in der Reihenfolge der Mitgliederliste. Über 65 Jahre alte Mitglieder werden nicht mehr eingeteilt. Sollten sie jedoch gesundheitlich noch in der Lage sein, ist ein Tragen wünschenswert. Sollte jemand verhindert sein, muss er selbst für eine Ersatzkraft sorgen. Sie sollen eine dunkle Kleidung tragen.

Diese Richtlinien wurden bei der Nachbarschaftsversammlung am 16. Februar 2002 beschlossen. Die unterzeichnenden Nachbarn haben die Richtlinien in Anlehnung an die bereits bestehenden Satzungen der beiden anderen Nachbarschaften, der Oberdorfer und der Hintergässer Nachbarschaft, erarbeitet. Dem jeweiligen Schultheiß, den Herren Gerd Gasber und Reinhard Müller, vielen Dank für die Mithilfe und Zurverfügungstellung der entsprechenden Unterlagen. Die Richtlinien können auf jeder Versammlung mit der Mehrheit der anwesenden Nachbarn verändert werden.

Andernach-Kell, den 16. Februar 2002

Egon Kulmus, Hermann-Josef Meid, Bruno Nebgen, Resi Aretz (Schultheiß)

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